Organisation der Feuerwehr im Landkreis Gifhorn
Im Landkreis Gifhorn sind insgesamt 101 Feuerwehren (Stand 2018) in 10 Gemeindeeinheiten tätig. Die Feuerwehr des Landkreises wird durch den Kreisbrandmeister geleitet. Aufgrund der Komplexität teilt sich die Kreisfeuerwehr in zwei Abschnitte (Nord und Süd) auf, die durch Abschnittsleiter geleitet werden. Die beiden Abschnittsleiter sind gleichzeitig stellvertretende Kreisbrandmeister.
Abschnitt Nord: Samtgemeinde Hankensbüttel, Stadt Wittingen, Samtgemeinde Wesendorf, Gemeinde Sassenburg, Samtgemeinde Brome, Samtgemeinde Boldecker Land
Abschnitt Süd: Stadt Gifhorn, Samtgemeinde Meinersen, Samtgemeinde Isenbüttel, Samtgemeinde Papenteich
Organisation der Feuerwehr in der Stadt Gifhorn
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Gifhorn besteht aus 5 Ortsfeuerwehren. Geleitet wird die Stadtfeuerwehr durch den Stadtbrandmeister und dem Stadtkommando. Dem Stadtkommando gehören u.a. die Ortsbrandmeister aller 5 Ortsfeuerwehren an. Die gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit der einzelnen Ortsfeuerwehren ist die Basis eines gut organisierten abwehrenden Brandschutzes in der gesamten Stadt.
- Ortsfeuerwehr Gifhorn
(Schwerpunktfeuerwehr im Stadtkern; Stärke: 2 Löschzüge, Gefahrgutzug, städtischer ELW) - Ortsfeuerwehr Gamsen
(Stützpunktfeuerwehr im Ortsteil Gamsen; Stärke: erw. Löschzug) - Ortsfeuerwehr Kästorf
(Erweiterte Grundausstattung im Ortsteil Kästorf; Stärke: Löschgruppe & Löschtrupp) - Ortsfeuerwehr Wilsche
(Erweiterte Grundausstattung im Ortsteil Wilsche; Stärke: Löschgruppe unterteilt in Staffel & Trupp) - Ortsfeuerwehr Neubokel
(Erweiterte Grundausstattung im Ortsteil Neubokel; Stärke: Löschgruppe)
Die Ausstattung der Stadtfeuerwehr Gifhorn
Die Austattung der Feuerwehren in der Stadt Gifhorn ist sehr umfangreich. Keine Ortsfeuerwehr entspricht "nur" der Mindestausrüstung einer Grundausstattungsfeuerwehr gemäß der Mindeststärkeverordnung im Land Niedersachsen. Jede Ortsfeuerwehr verfügt über mindestens ein wasserführendes Fahrzeug. Auch die Sitzplätze in den Löschfahrzeugen lassen jeweils mindestens Platz für eine komplette Löschgruppe (z.B. LF oder Kombination aus TSF und Trupp-TLF. Alle Ortsfeuerwehren sind mit einem Mannschaftstransportfahrzeug ausgestattet.
Die wachsenden Einwohnerzahlen und das wachsende Gefahrenpotential im gesamten Stadtgebiet waren Grund für eine Überarbeitung der Feuerschutzkonzeption in der Stadt Gifhorn im Jahr 2001.
Zusammenarbeit mit anderen Ortsfeuerwehren
Die Zeiten sind vorbei, in der jede Feuerwehr ihr Feuer allein bekämpfte. Die Unterstützung von anderen Ortsfeuerwehren anzufordern ist inzwischen ein ganz normaler Vorgang im Einsatzfall. Bei größeren Ereignissen alarmieren wir in erster Linie die benachbarten Feuerwehren. In unserem Fall wird zunächst die Ortsfeuerwehr Kästorf alarmiert, gegebenenfalls die gesamte Stadtfeuerwehr. Da am Tage in allen Feuerwehren ein Personalmangel nicht ausgeschlossen ist, bilden wir mit unserer Nachbarfeuerwehr Kästorf zusammen eine Löscheinheit, wobei wir bei nahezu allen Schadenfällen in Gamsen und auch in Kästorf gemeinsam ausrücken. Das hat sich seit vielen Jahren sehr gut bewährt. Gemeinsam sind wir stark!
Damit die Zusammenarbeit noch besser funktioniert, wurden Absprachen getroffen und gemeinsame Standard-Einsatzregeln bzw. eine Einsatzstellenorganisation für die Stadt Gifhorn erstellt (seit 2008). Geregelt wird u.a. die Führungsstruktur, die Kennzeichnung der Führungskräfte sowie die Organisation der Einsatzstellenkommunikation (Funk, speziell Einsatzstellenfunk).
Einheitliche Ausbildung und einheitliches Vorgehen
Die erste einheitliche Ausbildung erfahren die Feuerwehrkameraden bei der Truppmann-Ausbildung Teil I (Grundausbildungslehrgang), an der Führungskräfte aller fünf Ortsfeuerwehren mitwirken. Neben den allgemein gültigen Feuerwehr-Dienstvorschriften (z.B. FwDV3) werden die ersten Weichen der Zusammenarbeit gestellt. Ziel ist es, die Kameraden zwischen den Ortsfeuerwehren "austauschbar" zu gestalten. Eine einheitliche Vorgehensweise zum Zwecke der Einsatzstellenorganisation beinhaltet das Vorgehen unter Atemschutz, das Zusammenführen von Einheiten zu Löschzügen und Einsatzabschnitten, die Kommunikation (Funk) sowie eine transparente Einsatzstruktur.
Gefahrguteinsatz
Im Falle einer Konfrontation mit gefährlichen Stoffen ist zunächst jede Feuerwehr für den Ersteinsatz verantwortlich. Das beinhaltet zunächst das Erkennen der Gefahr, das Absperren der Einsatzstelle, die Menschenrettung (soweit möglich) und das Alarmieren der Spezialkräfte. Über entsprechende Ausstattung verfügt die Ortsfeuerwehr Gifhorn (ABC-Zug). Auch die anderen Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet verfügen über ausgebildete Einsatzkräfte, die für den Einsatz unter CSA (Chemikalien-Schutzanzug) ausgebildet sind und hier personell unterstützen können. Für solche Zwecke ist ein städtischer Alarmplan eingerichtet.
Überörtliche Aufgaben unserer Kameraden
Neben den Tätigkeiten in der eigenen Ortsfeuerwehr stellen sich einige unserer Kameraden überörtlichen Aufgaben. Durch einen zusätzlichen zeitlichen Aufwand stellen sie ihr Wissen und ihre Einsatzbereitschaft verschiedenen Einrichtungen zur Verfügung. Einige Einsatzkräfte übernehmen Ausbildertätigkeiten in der Kreisausbildung im Bereich der Atemschutzgeräteträger- und der Maschinistenlehrgänge. Auch die TEL (Technische Einsatzleitung) wird untersützt. Weiterhin nimmt das TLF 16/25 mit einer Staffel im Rahmen der Kreisfeuerwehrbereitschaft an Übungen und Einsätze des Wassertransportzuges teil. Zusätzlich sind Funktionsträger und Führungskräfte auf Ebene der Stadtfeuerwehr aktiv.